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Pflegenotstand: wirksame Lösungen 2025

Den Pflegenotstand zu beheben, ist eine der großen Herausforderungen in Deutschland. Immer mehr Pflegebedürftige stehen auch in Zukunft immer weniger Pflegekräften gegenüber. Lösungen für den Pflegenotstand bieten: Zeitarbeit, qualifizierte Pflegekräfte aus dem Ausland und attraktive Arbeitsbedingungen.

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  • 05.07.2024
  • Zuletzt aktualisiert 02.01.2025

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Pflegenotstand in Deutschland wird in Zukunft weiter zunehmen.
  • Um den Pflegenotstand zu verbessern, müssen wir vielfältige Lösungen finden, um den Beruf attraktiv zu machen.
  • Zeitarbeit, Pflegekräfte aus dem Ausland und bessere Arbeitsbedingungen sind mögliche Lösungen.
  • Sanapol hilft Ihrer Pflegeeinrichtung schnell & verlässlich.


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1. Was bedeutet Pflegenotstand?

Der Begriff Pflegenotstand ist in Deutschland seit Jahren immer wieder gesellschaftspolitisches Thema. Laut Duden ist Pflegenotstand ein großer Mangel an Pflegekräften in den Krankenhäusern und anderen der Pflege von Kranken und alten Menschen dienenden Einrichtungen.

Generell bedeutet Pflegenotstand also: Es gibt zu wenig Pflegekräfte zur Pflege von Pflegebedürftigen. Der Begriff wurde schon in den 1960er Jahren zum ersten Mal gebraucht – heute ist der Fachkräftemangel in der Pflege in Deutschland aktueller denn je.


2. Pflegenotstand in Deutschland: aktuelle Situation

Deutschland wird immer älter. Die Lebenserwartung ist in den letzten 60 Jahren um knapp 12 Jahre gestiegen. Laut Sterbetafel 2020/2022 haben neugeborene Jungen eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78,3 Jahren, für Mädchen liegt sie bei 83,2 Jahren. 

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden. Eine alte Bevölkerung bedeutet auch mehr Pflegebedürftige. Der demografische Wandel trifft die Pflegebranche gleich dreifach: 

  1. Immer mehr Menschen brauchen in Zukunft Pflege
  2. Immer mehr Pflegekräfte gehen in Rente
  3. Zu wenig Menschen wollen Ausbildung & Beruf in der Pflege 


Aktuelle Zahlen zum Pflegenotstand zeigen: Rund 1,7 Millionen Pflegekräfte sind in Deutschland beschäftigt (Statistik der Arbeitsagentur 2022). Demgegenüber stehen aktuell 5,1 bis 5,4 Millionen Pflegebedürftige (Prognose 2024). 


Pflegenotstand-Prognose bis 2049

Der Pflegenotstand wird sich in Zukunft verschlimmern: Die Bevölkerung altert überproportional und die Zahl der Erwerbstätigen in der Pflege nimmt ab.

Die Zahl der Pflegekräfte steigt. Ende 2020 waren z. B. 18 % mehr Pflegekräfte in Krankenhäusern beschäftigt als noch 2010 (Statistisches Bundesamt). Die Zahl der Mitarbeitenden in ambulanten Pflegediensten hat sich laut Statistischem Bundesamt in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. 

Aber das reicht nicht. Der Pflegenotstand wird sich in Zukunft verschlimmern: Die Bevölkerung altert überproportional und die Zahl der Erwerbstätigen in der Pflege nimmt ab. Das Statistische Bundesamt hat am 24. Januar 2024 eine Prognose für den Bedarf an Pflegekräften bis 2049 veröffentlicht: Zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräfte werden fehlen.

Das Statistische Bundesamt hat in der Pflegevorausberechnung 2023 schon festgestellt: Allein aufgrund der zunehmend älteren Bevölkerung werden bis 2055 6,8 Millionen Menschen pflegebedürftig sein – das sind 37 % mehr Menschen als 2021 (5 Millionen Pflegebedürftige).

Um die negative Entwicklung des Pflegenotstandes aufhalten zu können, müssen die richtigen, wirkungsvollen Maßnahmen umgesetzt werden. Das gelingt nur, wenn wir uns zuvor mit den Ursachen für den Pflegenotstand beschäftigen.


3. Pflegenotstand: Ursachen & Folgen

Ursachen für den Pflegenotstand in Deutschland gibt es einige. Hier sind einige der Gründe, warum es einen Pflegenotstand gibt und welche Folgen der Pflegekräftemangel hat. 

Das sind die Ursachen für den Pflegenotstand in Deutschland: 

  • Mehr Pflegebedürftige vs. weniger Beschäftigte
  • Schlechte Arbeitsbedingungen
  • Geringes Gehalt
  • Berufswechsel
  • Weniger Pflege durch Angehörige
  • Mehr stationäre Pflege


Mehr Pflegebedürftige vs. weniger Beschäftigte

Die zentrale Ursache für den Pflegenotstand ist klar: Deutschland hat mehr Pflegebedürftige als Pflegekräfte – und das wird in Zukunft so bleiben, wenn sich nichts grundlegend ändert. 

Die Bertelsmann Stiftung hat schon 2012 in ihrem Pflegereport prognostiziert, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 um 50 % steigen wird. Auf der anderen Seite wird der Pflegenotstand verschlimmert, weil die geburtenstarken Jahrgänge 1955 bis 1969 in den nächsten Jahren das Rentenalter erreichen werden. Das senkt die Zahl der Beschäftigten in der Pflege – und erhöht zugleich die Zahl der potenziell Pflegebedürftigen.


Schlechte Arbeitsbedingungen

Die schlechten Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen haben definitiv auch Einfluss auf den Pflegenotstand in Deutschland. Stress, Überstunden, hohe körperliche Belastung und mehr führen zu einem hohen Krankenstand und vielen freien Stellen. Der wiederum belastet die einsatzfähigen Pflegekräfte zusätzlich.

Freie Stellen bleiben oft lange unbesetzt. Neue Pflegekräfte zu finden, ist aufgrund der bekannten Arbeitsbedingungen schwer. Das bedeutet mehr Arbeit für weniger Pflegekräfte innerhalb eines Betriebes.


Geringes Gehalt

Im Pflegeberuf verdient man weniger als der Durchschnitt: Ein Arbeitnehmer in Deutschland hat 2023 im Durchschnitt 43.842 Euro brutto bekommen. Krankenschwestern und Krankenpfleger bekamen 2024 laut Stepstone durchschnittlich nur 41.200 Euro brutto pro Jahr.

Eine examinierte Pflegefachkraft bekommt laut Stepstone 2024 noch weniger – im Durchschnitt 39.700 Euro brutto im Jahr.

Ausgebildete Pflegefachkräfte in kommunalen Kliniken fangen laut Tarifvertrag im öffentlichen Dienst mit rund 2.932 Euro brutto an (Stand 2023). 


Berufswechsel

Der Pflegeberuf ist vor allem wegen der schlechten Arbeitsbedingungen und geringen Bezahlung kein besonders angesehener Beruf in der Gesellschaft. Womöglich schätzen nicht einmal die Pflegebedürftigen selbst die Pflege, die sie bekommen. 

Da ist es nachvollziehbar, wenn immer mehr Menschen darüber nachdenken, mit der Pflege aufzuhören und den Beruf zu wechseln. Das verstärkt den Pflegenotstand zusätzlich.


Weniger Pflege durch Angehörige

2,55 Millionen Menschen wurden laut Pflegestatistik 2021 noch von ihren Angehörigen gepflegt. Die angemessene Pflege ist für Ungelernte aber eine große Belastung – oft zusätzlich zum eigenen Vollzeitjob.

Je mehr Menschen die Pflege ihrer Angehörigen aufgrund der zu hohen physischen und psychischen Belastung ablehnen, desto größer wird der Pflegenotstand in Zukunft, weil entsprechend mehr Pflegefachkräfte gebraucht werden. 


Mehr stationäre Pflege

Je älter die Menschen werden, umso größer das Risiko, dass sie schwer erkranken und umfassende Pflegeleistungen brauchen. Je höher der Pflegegrad, desto höher ist der Bedarf an stationärer Pflege. Das bedeutet zunehmenden Pflegenotstand. Denn bei stationärer Pflege können pro Fachkraft weniger Patienten versorgt werden als bei ambulanter Pflege. Das ist gesetzlich so festgelegt (§ 113c Sozialgesetzbuch XI).


Welche Folgen hat der Pflegenotstand?

Die Ursachen für den Pflegenotstand sind klar – die Folgen sind gravierend:

  • Alternde Bevölkerung: wachsende Versorgungslücke
  • Schlechte Arbeitsbedingungen: hoher Krankenstand 
  • Geringes Gehalt: wenig Motivation für den Pflegeberuf & Berufswechsel
  • Berufswechsel: weniger Pflegekräfte
  • Weniger Pflege durch Angehörige: zusätzliche Belastung für Pflegeeinrichtungen
  • Mehr stationäre Pflege: mehr Pflegefachkräfte notwendig


Letztendlich führt all das dazu, dass der Pflegenotstand wächst. Um das zu verhindern, braucht es nicht nur eine Lösung, sondern Veränderung auf vielen verschiedenen Ebenen.


4. Pflegenotstand: Lösungen

Die Ursachen und Folgen des Pflegenotstands sind so vielfältig, dass wir die Situation in der Pflegebranche nicht von heute auf morgen ändern werden – aber wir können jeden Tag unseren Teil dazu beitragen, den Pflegenotstand zu verbessern. 

Das sind unsere 3 Lösungen zur Verbesserung des Pflegenotstands: 


Zeitarbeit in der Pflege

Zeitarbeit in der Pflege hat vielleicht keinen einwandfreien Ruf, ist aber ein wirksames Mittel, um den Pflegenotstand zu verbessern. Nicht umsonst ist die Leiharbeit in der Pflegebranche so verbreitet. 

Wer auf eine Zeitarbeitsfirma in der Pflege setzt, bekommt professionelles Recruiting von qualifizierten Pflegekräften, die ideal zum eigenen Pflegebetrieb passen. 

Vorteile der Zeitarbeit in der Pflege: 

  • Schnell passende Pflegekräfte finden
  • Lücken im Dienstplan (z. B. wegen Krankheit) schnell schließen
  • Personalbemessung jederzeit erfüllen
  • Flexibel auf Krankenstand und Urlaub der eigenen Mitarbeitenden reagieren
  • Freie Stellen schnell besetzen
  • Bestehende Mitarbeitende entlasten
  • Mehr Pflegeleistungen abrechnen


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Pflegekräfte aus dem Ausland

Pflegekräfte aus dem Ausland helfen, den Pflegenotstand in Deutschland zu verringern. Schließlich ist die Ausbildung im Ausland – z. B. für Pflegekräfte aus Polen – gleichwertig zur deutschen Ausbildung.

Plus: Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz macht es ab 2024 leichter, ausländische Pflegefachkräfte nach Deutschland zu holen.


Pflegeberuf attraktiv machen

Grundsätzlich geht es darum, den Pflegeberuf attraktiver für junge Menschen und Quereinsteiger zu machen. 

Dafür braucht es: 

  • Faires Gehalt
  • Bessere Arbeitsbedingungen
  • Familienfreundliche Arbeitszeiten
  • Teilzeit-Arbeit senken durch z. B. Maßnahmen zur Kinderbetreuung im Betrieb
  • Planungssicherheit
  • Regelmäßigen Urlaub
  • Wertschätzung von Arbeitgeber & Pflegebedürftigen
  • Förderung der Mitarbeitenden durch Weiterbildungen
  • Aufstiegschancen schaffen


Ob Pflegedienst, Tagespflege oder Klinik: Wir haben ein weitreichendes Netzwerk mit medizinischem Pflegepersonal – deutschlandweit und über die Landesgrenzen hinaus.

So können wir offene Stellen schnell besetzen und auch kurzfristige Engpässe in Ihrer Personalplanung lösen. Innerhalb von 2 bis 3 Tagen finden wir qualifizierte Pflegekräfte für Ihr Stellenprofil und organisieren den Start in Ihrer Einrichtung.


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5. FAQ zum Pflegenotstand

Warum gibt es so wenig Pflegepersonal?

Hauptursache dafür, dass es so wenig Pflegepersonal gibt, sind sicher die schlechten Arbeitsbedingungen und die vergleichsweise geringe Bezahlung. Dazu kommt, dass in Zukunft immer mehr Pflegekräfte in Rente gehen werden – aber weniger junge Menschen den Pflegeberuf wählen.  

Wann spricht man vom Pflegenotstand?

Vom Pflegenotstand spricht man, wenn es mehr Pflegebedürftige als Pflegekräfte gibt. Gemeint ist der akute Personalmangel in der Pflegebranche. 

Was wird gegen den Pflegenotstand gemacht?

Es wird aktuell schon an vielen verschiedenen Stellen etwas gegen den Pflegenotstand getan: Viele Bundesländer starten Kampagnen, um die Relevanz des Pflegeberufes sichtbar zu machen. Der Mindestlohn in der Pflege wurde und wird auch in Zukunft erhöht. 

Für Pflegekräfte aus dem Ausland wird es dank Gesetzesänderungen leichter sein, in Deutschland zu arbeiten. Auch die Zeitarbeit ist ein Mittel, um dem Pflegenotstand entgegen zu wirken. 

Wo ist der Pflegenotstand am größten?

Der Pflegenotstand ist vor allem in den westdeutschen Bundesländern am größten, weil hier der Anteil der Pflegebedürftigen höher ist als in den ostdeutschen Bundesländern.

Zwar gibt es in Bayern und NRW vergleichsweise mehr Pflegebetriebe, dennoch wird der Pflegenotstand hier aufgrund der vielen Pflegebedürftigen mehr zu spüren sein.